Dass der Rathauschor alljährlich am 2. Adventssonntag reihum in einer der Saarlouiser Kirchen das Hochamt musikalisch mitgestaltet, hat eine lange Tradition. Diesmal sang er in der Pfarrkirche St. Ludwig am Großen Markt. Chordirektor (ADC) Walter Langenfeld hatte für diesen Sonntagsgottesdienst Veni Jesu von Luigi Cherubini, das Vater unser von Gotthilf Fischer, Das Gebet, Sancta Maria und das russische Tebe Pajom von D. Bortniansky ausgewählt. An der Orgel wurde der Rathauschor vom Organisten Armin Lamar begleitet. In seiner Adventspredigt über die Liebe Gottes stimmte Kaplan Matthias Scheer die versammelte Gemeinde mit bedenkenswerten Folgerungen auf Weihnachten ein.
Sein Familienfest feierte der Rathauschor anschließend im Schützenhaus Roden. Als Gäste waren auch Kaplan Scheer, Oberbürgermeister Roland Henz und Bürgermeister Klaus Pecina zum Mitfeiern gekommen. Der Partyservice Kurt Haas hatte wieder ein vorzügliches Menü mit Rindfleischsuppe, Tafelspitz, Rinderspickbraten, Schneebällchen, Butterspätzle und Obstsalat angerichtet. Am Nachmittag wurden dann noch Kaffee und Kuchen serviert – gebacken von den Sängerfrauen.
In zwei Auftritten sang der Rathauschor Weihnachtslieder aus seinem umfangreichen Repertoire: Auf Bethlehems Flur, Frohe Weihnachten und Der Kleine Trommelmann. Neu im Programm waren die Lieder Kleine Bergkirche und Das Ave Maria der Berge.
Auch der Nikolaus kam wieder zum Fest und nahm die Sänger wie gewohnt ins Gebet. Sie hatten ihn stimmgewaltig begrüßt und so bemängelte er eingangs: An Lautstärke fehlt es dem Rathauschor ja nicht. Bei den leisen Tönen haperts halt etwas …

Auch der Oberbürgermeister blieb nicht verschont. Ich bin erleichtert, dass Du heute Nachmittag die Krone nicht aufgesetzt hast
, meinte der Nikolaus, denn der Louis XIV ist bei uns dort droben keineswegs so hoch angesehen wie bei Euch in Saarlouis.
Und er gab Roland Henz den Rat: Du solltest jedenfalls in Saarlouis publik machen, dass die Ludwigsstraße nicht nach dem Sonnenkönig, sondern nach dem Hl. Ludwig benannt ist.

Sorgen machte sich der Nikolaus um die Gesundheit des Chorleiters Walter Langenfeld. Er warnte: Die Zornesröte, die dir bei den Proben immer häufiger ins Gesicht steigt, lässt einen alarmierend hohen Blutdruck befürchten.
Im Hinblick darauf, dass sich der Chorleiter bei den Proben häufig stark echauffiert, schenkte er ihm ein saugfähiges Schweißtuch.

Da Zornesausbrüche gelegentlich auch den Vorsitzen Alfred Bilz befallen, forderte der Nikolaus die Sänger nachdrücklich auf, dessen beharrliche Arbeit künftig mit mehr Disziplin zu honorieren.

Lob erhielt Harald Amann, der in der Nachfolge von Josef Klein den Jahresausflug nach Thüringen vorbildlich geplant und organisiert hatte. Anerkennung fand auch Heinz Gindorf, der als Vizechorleiter den Rathauschor auf der Thüringenreise mit seinem Flötchen eingestimmt und mit zurückhaltender Gestik dirigiert hatte.
Chefsekretärin Brigitte Bilz erhielt wie jedes Jahr eine liebevolle Dublette auf beide Wangen. Der Nikolaus konstatierte: Einen so schönen Bart hat der Kuss Deines Alfred nicht zu bieten.
Den Abschluss des Nikolausbesuches bildete die Bescherung der Kinder Robby, Philipp und Julie. Diese trug dem Nikolaus zwei hübsche Gedichte vor.
Und beim Abschied meldete sich dann auch noch der Ehrenvorsitzende Josef Klein mit einem etwas despektierlichen Gedicht zu Wort. Der Nikolaus kommentierte schmunzelnd: Da ist der kleine Josef wieder einmal über sich hinaus gewachsen.
Text: Hans Jörg Schu
Fotos: Harald Amann
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